Tritt dennoch ein Schub in der Schwangerschaft auf (bei etwa 25% der Patienten), kann man bei einer schweren Symptomatik nach dem ersten Trimenon wie gewohnt hochdosiert mit Kortison behandeln.

Bevorzugt eingesetzt werden sollte Prednisolon, das im Gegensatz zu Dexamethason, welches zur fetalen Lungenreife eingesetzt wird und zu 100% im fetalen Blut nachweisbar ist, nur zu ca. 10% plazentagängig ist.

Da im Tierversuch und zum Teil auch beim Menschen das Risiko einer Kiefer-Lippen Gaumen Spaltbildung nicht ausgeschlossen ist4, und Steroide als „schwache Teratogene“ diskutiert werden, sollte man zwischen der 8. und 11. Gestationswoche mit einer Kortisontherapie zurückhaltend sein. In der Regel wird nur ein Kortisonpuls in der Schwangerschaft erforderlich sein, es kann jedoch insbesondere bei Mehrfachbehandlungen mit Steroiden zur intrauterinen Wachstumsretardierung (IUGR), zur Frühgeburt sowie zur vorübergehenden Hypoglykämie, Hypotonie und Elektrolytstörungen beim Neugeborenen kommen. Sollte in seltenen Fällen eine Glukokortikoidtherapie bis kurz vor der Geburt notwendig sein, ist auf eine mögliche Nebenniereninsuffizienz des Neugeborenen zu achten.

Ein sog. Magenschutz mit Protonenpumpenhemmer kann gegeben werden.

Zusammenfassend können und sollten schwere Schübe während der Schwangerschaft mit Kortison behandelt werden, die Indikation für eine Schubtherapie sollte jedoch streng gestellt werden, insbesondere im ersten Trimenon.