Stillen oder nicht Stillen?

Die meisten Frauen mit MS können, wenn sie stillen möchten, wie von der WHO empfohlen ca. 4-6 Monate voll stillen und dann sukzessive Beikost einführen. Frauen, die nicht stillen möchten oder eine hohe Krankheitsaktivität in und vor der Schwangerschaft aufwiesen, ist eine zügige Wiederaufnahme der MS Therapie in den ersten zwei Wochen nach der Geburt zu empfehlen.

Unsere Daten zeigen, dass sich ausschließliches Stillen moderat positiv auf die postpartale Schubrate auswirkt6,7. Wichtig ist der Hinweis, dass auf zusätzliche Flaschennahrung verzichtet werden sollte. Andere Autoren konnten den Nutzen des Stillens auf die Schubrate nicht belegen8,9.

Frauen müssen wegen der Multiplen Sklerose in der Regel nicht auf das Stillen verzichten und sollten wie von der WHO empfohlen ca. 4-6 Monate voll stillen und nach dem Abstillen mit der MS Therapie wieder beginnen.

Sollte man nicht stillen, ist eine zügige Wiederaufnahme der MS Therapie empfehlenswert.

Schübe können mit hochdosierten Steroiden auch in der Stillzeit behandelt werden, eine Stillkarenz von 4 Stunden wird empfohlen10.

In manchen Fällen kann eine Behandlung mit intravenösen Immunglobulinen in der Stillzeit ratsam sein. Unter dieser Therapie kann gestillt werden.

In Einzelfällen kann erwogen werden unter der Therapie mit Interferon-beta oder Copaxone zu stillen, da es sich um große Wirkstoffe handelt, die wahrscheinlich nicht in größerem Umfang in die Muttermilch übergehen können und ohnehin in der Magen-Darm Passage des Säuglings zerstört würden. Diese Entscheidung muss mit dem behandelnden Neurologen besprochen werden.